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IRONMAN SWITZERLAND - ZÜRICH - 24. Juni 2007
Mein 10. IRONMAN Finish !!!
Für mein Ironman Jubiläum hatte ich mir den 11. IRONMAN Switzerland ausgesucht und war in Zürich nach 2003 zum zweiten Mal am Start !
Sportler aus 47 Nationen bestritten den IRONMAN Switzerland 2007 und das Triathlonwochenende war bestens organisiert wie immer. Am Samstag starteten beim ZÜRI Triathlon zahlreiche Triathlet/innen über verschiedene kürzere Distanzen einschliesslich Staffeln und konnten die gleiche Wechselzone an der Landiwiese nutzen wie am Sonntag die IRONMEN und IRONWOMEN ! Auch Petrus hatte am Sonntag für Sonne, blauen Himmel, 26 ° Luft- und 21 ° Wassertemperatur gesorgt, nachdem es die Tage vorher doch einige heftige Regenschauer gab. Geschätzte 120.000 Zuschauer verfolgten den IRONMAN live an den Wettkampfstrecken und unterstützten die Teilnehmer/innen lautstark den ganzen langen Tag lang :-)
Sonntagmorgen um 7:05 Uhr - mit 5 Minuten Verspätung, weil zahlreiche Triathlet/innen noch zum Einschwimmen im Wasser waren - wurden 1.820 Triathlet/innen am Mythenquai auf die Reise in den langen Tag geschickt, wo für alle 3,8 KM Schwimmen, 180 KM Radfahren und 42,2 KM Laufen zu absolvieren waren!
Recht angespannt, aber mit dem Gefühl alles im Vorfeld in der Vorbereitung getan zu haben, ging ich auf die 2 Schwimmrunden im Zürichsee - ohne Landgang! Kurz nach dem Start ging die Rangelei im Wasser mit der Suche nach dem kürzesten Weg um die Bojen los und ich bekam - wie bei keinem Ironman zuvor - zahlreiche Tritte und Schläge auf den Körper, Kopf sowie Arme ab! Nachdem sich dann das Feld etwas auseinander gezogen hatte und ich gerade dabei war einen guten Schwimmrhythmus zu finden, kam für mich die - 1. Krise - ein Krampf im Oberschenkel - na super :-( - und sie sollte nicht die letzte bleiben! Also erstmal versuchen ohne Beinschlag zu schwimmen und den Krampf zu lösen. Nach einiger Zeit - ich weiss nicht wie lange, denn es kam mir wie eine Ewigkeit vor - war es wieder gut und ich konnte wieder normal weiterschwimmen. Doch dann, was war das ??? Plötzlich war ein Boot mit einem wild gestikulierenden und energisch mit seiner Trillerpfeife auf sich aufmerksam machender Wettkampf-Kampfrichter neben mir und den anderen Schwimmern meiner Gruppe. Durch seine Gesten wurde mir und den anderen Schwimmern schnell klar, dass wir auf dem Weg zur falschen Boje waren und so wie auch viele hundert andere eine Abkürzung nahmen! Es soll jetzt keine billige Entschuldigung von mir an dieser Stelle sein, aber ich bin genau wie die meisten anderen hinter den Anführern hinterher geschwommen, ohne mich selbst richtig zu orientieren, wo es längs geht. OK - also nun zurück und richtige Richtung, was mich und wohl auch die meisten anderen Falschschwimmer etliche Minuten mehr Schwimmzeit gekostet hat ! Aber selbst Schuld ! Doch damit nicht genug, kam dann meine - 2. Krise - beim heutigen Schwimmen. Krampf im rechten Oberarm, so stark, dass an Kraulschwimmen und auch als Alternative Brustschwimmen nicht zu denken war! Was tun ? Umdrehen auf den Rücken und ohne Arme Rückenschwimmen !!! So habe ich mich bestimmt geschätzte 400 bis 500 Meter weiter fortbewegt ! Irgendwann war auch dieser Krampf vorbei und ich schwamm wieder einigermassen normal Kraul weiter, aber schon frustriert, weil ich schon da wusste, dass meine Schwimmzeit unterirdisch schlecht würde !!! So war es dann auch - 1 : 55 : 43 Stunden :-(((
Auf dem Weg in die Wechselzone und auch dort, dachte ich kurz über einen Ausstieg schon nach dem Schwimmen nach !!! Aber das wäre doch zu einfach gewesen und ich wollte es weder mir noch meinen Schweizer Freunden an der Strecke antun, einfach so aufzugeben, denn wofür hatte ich im Vorfeld trainiert ??? OK - die von mir angestrebte Qualifikation für den IRONMAN HAWAII 2007 war eigentlich schon da für mich vorbei ! Also - wie sagte einmal Oliver Kahn : Weiter, immer weiter !!! Nach 5:14 Minuten Wechselzeit rauf aufs Bike - Rad - Velo und ab die Post!
Nun standen 180 KM mit dem Rad - 3 Runden von je 60 KM - vor mir, mit jeweils 480 Höhenmetern und einem 3 KM langen Anstieg - The Beast - im Mittelteil und dem Anstieg in Kilchberg - Heartbreak-Hill - gegen Ende der Radrunde ! Die ersten Kilometer entlang des Zürichsees verlaufen flach und eignen sich gut dazu von Anfang an Druck zu machen und Tempo aufzunehmen. Bei Sonnenschein und fast Windstille verliefen die ersten gut 120 KM einigermassen nach Plan. Kurz vor Ende der 1. Radrunde im oberen Teil des Anstiegs vom Heartbreak-Hill warteten meine Freunde aus Österreich und der Schweiz : Michaela, Sonja, Mein COACH Thomas und Tom am Streckenrand und feuerten mich an, genau wie die zahlreichen Zuschauer entlang des Berges, die es mir wesentlich einfacher machten, den Berg hinauf zufahren ! Auf der 3. und letzten Radrunde bekam ich dann beim Anstieg - The Beast - auch Probleme auf dem Rad ! Ich konnte einfach den Berg nicht so raufdrücken wie vorher und danach im welligen Mittelteil ebenfalls nicht mit so viel Druck radfahren ! Aber trotzdem ging es irgendwie weiter und ich erreichte nach 7 : 11 : 14 Stunden auf dem Rad die Wechselzone an der Landiwiese ! Für die 3. Radrunde benötigte ich über 30 Minuten länger als für Runde 1 und 2 ! Auf dem Bike machten sich die 1.000 Radkilometer, die mir auf Grund meines Sturzes mit dem Rad Anfang April fehlten, brutal bemerkbar, denn die Radstrecke beim Ironman in Zürich ist keine leichte Strecke ! Ein Wechsel von flachen, schnellen Passagen und 2 Anstiegen, einer sehr schnellen Abfahrt nach Küsnacht, sowie ein welliger Mittelteil. Die Wechselzeit zum Laufen dauerte dann 7:30 Minuten - ein Pitstop auf dem WC eingeschlossen !
Die ersten 2 Kilometer des nun folgenden Marathons von 42,2 KM - 4 Runden entlang der Ironman-Messe und zum grössten Teil in unmittelbarer Nähe des Zürichsees - bin ich verhalten angelaufen, in der Hoffnung zum Abschluss des IRONMAN eine noch einigermassen passable Zeit zu laufen. Zu meinem Erstaunen klappte dies sehr gut und ich konnte auf den ersten 28 Kilometern ein gutes und gleichmässiges Tempo laufen ! Mein Coach Thomas, Karin, Sonja, Tom sowie viele andere an der Laufstrecke pushten mich noch mal richtig :-))) - Thomas und Tom meinten nach dem Wettkampf, sie hätten mich noch bei keinem Ironman so laufen sehen, wie auf den ersten 2 Runden - *freu* !!! Auf jeder Laufrunde hörte ich unzählbare Male meinen Namen, der neben meiner Startnummer stand und für alle Zuschauer gut sichtbar war ! Zwischen KM 28 und 30 fiel es mir immer schwerer zu laufen ! Auch die Aufnahme von Gels und Flüssigkeit wollte nicht mehr so recht funktionieren. Na ja, nun bin ich so weit gekommen, da wird der Rest auch noch irgendwie gehen ! Bis ungefähr Kilometer 30 bin ich nur bei den Verpflegungsstellen gegangen. Doch nun wechselten sich Gehen und Laufen ab, wobei die Laufanteile doppelt so gross waren wie die des Gehens, aber ich war nicht der einzige Triathlet, der diese Art und Weise der Fortbewegung gewählt hatte. Meine Marathon Zeit war letztendlich 5 : 04 : 05 Stunden !
Der IRONMAN - Tag war dann für mich nach insgesamt 14 : 23 : 48 Stunden mit dem Zieleinlauf vor vollen Zuschauertribünen zu Ende. Mein Coach Thomas nahm mich dort in Empfang, beglückwünschte mich und machte noch Bilder von mir, mit der Finisher-Medaille um den Hals !
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